Ferienüberblick
Die Zeit verfliegt. Ich hab ja schon ewig nicht mehr geschrieben. Aber es war auch eine Menge los, darum versuche ich jetzt mal, das Wichtigste zusammen zu fassen.

Kurz vor dem Neujahrsfest hat es nochmal kräftig geschneit, es lag sogar noch mehr Schnee als im Dezember. Ich habe zum ersten Mal in Wuhan Leute Schnee schaufeln gesehen. Dazu war es ziemlich kalt. Die Wäsche am Balkon ist mir zwar schon ein paar Mal angefroren, aber diesmal war sie richtig durchgefroren. Ich konnte Handtücher und Pullover als Platten in die Luft halten. Danach wurde das Wetter schnell wieder besser. Einen freien Tag nutzten Mohamed und ich, um nach Hanyang zu fahren, dem dritten Stadtteil von Wuhan, in dem ich davor noch nicht war. Wir haben dafür die Fähre über den Jangzi benutzt, und sind etwas am parkähnlichen Ufer entlang spaziert.

Dann kam das chinesische Frühlingsfest. Dafür gab es mehrere Anzeichen. Am auffallendsten war, dass sich Wuhan zusehends geleert hat. Fast alle kleineren Läden haben geschlossen, danach auch die Restaurants. Straßenstände haben sich in Luft aufgelöst. Straßen, die normalerweise Staugeplagt waren, waren leer, kein Auto zu sehen. Das Ganze brachte für uns einige Nachteile, da wir ja ohne eigene Küche auf Essen von draußen angewiesen sind. Die Krönung des Ganzen war dann der Silvesterabend. Während alle Chinesen sich zu Festgelagen versammelten, haben wir uns mit Fertigsuppen begnügt.

In Deutschland ist das Feuerwerk zum Jahreswechsel ungefähr von 23 Uhr bis 2 Uhr, würde ich jetzt mal grob schätzen. In Wuhan war die Hauptzeit von 17 Uhr bis 3 Uhr, die Nebenzeit zog sich über drei Wochen. In der Hauptzeit konnte man sich kaum unterhalten. Es wurde geböllert und geschossen, was das Zeug hält, ununterbrochen und überall. Das ist im 20. Stockwerk ganz schön bedrohlich, da die Feuerwerkskörper auf Augenhöhe explodieren. Während der Nebenzeit begann es meist morgens gegen 6, dass geböllert wurde, über den Tag verteilt immer wieder. Ähnlich wie zur deutschen Hauptzeit. Neben schönem Feuerwerk ist es aber auch eine ganz schöne Lärm- und vor allem Geruchsbelästigung.

Am nächsten Tag, als vorm McDonalds Löwentänze aufgeführt wurden und meterlange Böllerketten ausgelegt wurden, machten Mohamed und ich uns auf den Weg zum Flughafen. Meine Eltern und meine Schwester haben uns besucht.

Es war eine sehr anstrengende und vielfältige Zeit, bei der so ziemlich alles in Wuhan angesehen wurde, was es für Touristen gibt.
An dieser Stelle möchte ich nur kurz aufzählen, was das u.a. war:
Das parkähnliche Gelände der Wuhan University.
Die gelbe Kranichpagode.

Gelbe Kranichpagode

Die Fressmeile Hubuxiang.
Der Schildkrötenberg mit seiner Seilbahn über den kleinen Fluss Hanshui.
Das Provinzmuseum.
Der buddhistische Tongbao Tempel.
Der Ostsee.
Das Stein- und Bonsaimuseum.
Der daoistische Changchun Tempel.

Eigentlich wollten wir noch einiges mehr sehen, auch außerhalb von Wuhan, doch es gab eine Schwierigkeit: Das Frühlingsfest. Da wird nämlich nicht nur geböllert und geschlemmt, sondern vor allem die Familie besucht. Somit war der Kauf von Zugtickets fast unmöglich, alles ausgebucht außer die Stehplätze in den langsamen Zügen. Oder der Zug nach Yichang. Also sind wir nach Yichang gefahren. Nach einem gemütlichen Nachmittag, ging es am zweiten Tag auf Flusskreuzfahrt, durch eine der Drei Schluchten. Es war imposant, das Schiff luxuriös und die Sicht gut. In der Nach hatte es auf den Bergen geschneit. Einen halben Tag waren wir unterwegs, um dann zum Staudamm zu kommen, den wir also zum zweiten Mal besichtigen konnten.

Blick auf die fünfstufige Schleusenanlage des Dreischluchtenstaudamms.

Meine negative Aussage über den Dreischluchtenstaudamm muss ich an dieser Stelle etwas revidieren. Bei guter Sicht und tollem Wetter ist er imposant und liegt in einer tollen Landschaft.

Viel zu schnell ging die Zeit vorbei, und meine Eltern und meine Schwester mussten abreisen. Für mich begann wieder Alltag, nämlich das Sommersemester. Bisher ist das Ganze noch am Anlaufen, aber dann suche ich mir eben selbst was zu tun – und ziehe mal wieder um. Eine Nachfrage bei der Uni hat ergeben, dass ein Einzelzimmer in den Ausländerwohnheimen frei geworden ist, das wir beziehen können. Das haben wir dann auch gemacht. Gefängnisartig gehen die „Zellen“ vom Gang weg, im Erdgeschoss, wo wir wohnen, sind die Fenster vergittert. Als Schutz vor Einbrüchen. Das Zimmer selbst ist aber gut, größer als die Wohnung in der Stadt, aber leider ohne Balkon. So langsam leben wir uns ein, richten das Zimmer etwas her und schließen neue Bekanntschaften.

So, das war der kurze Abriss der Geschehnisse. Ich hoffe, bald wieder regelmäßiger schreiben zu können.
Dieser Artikel ist viel zu kurz, mit viel zu wenig Details und Fotos, aber die Zeit läuft davon und die Uni ruft… Noch dazu streikt meist das Internet beim Foto hochladen, also muss der Artikel in diesem Umfang bleiben.