Geburtstag etc.
In dieser Woche ist sehr viel Passiert, ohne dass ich das Gefühl habe, viel gemacht zu haben.

Aber zuerst gibt es einen ganz kurzen Nachtrag zum letzten Eintrag, nämlich ein Bild vom deutschen Stand, morgens beim Aufbau, am Kulturfestival.

Deutscher Stand am internationalen Kulturfestival

An der Uni läuft es teilweise richtig schlecht. Ich konnte eine Hausaufgabe, die Teil der Prüfungsleistung ist, nicht abgegeben. Mit drei verschiedenen Programmen habe ich mich durch eine GPS Messung gekämpft, und bei allen kam nur Mist raus. Und das mir, wo ich doch meine Bachelorarbeit über GPS geschrieben habe! Am Ende habe ich eine Mail an den Professor geschrieben, dass es mir Leid tut, ich aber die Hausaufgabe nicht abgeben kann. Er hat mir Ausländerbonus gewährt, ich darf später noch abgeben. Dafür hat er mich im Unterricht vor allen Leuten darauf angesprochen. Da, schaut mal, die Ousha, die hat das nicht gemacht. Erzähl doch jetzt allen mal, was dein Problem ist. Ich war knallrot! Ich hab mich so geschämt!

Die zweite Hausaufgabe, die in einem anderen Fach abzugeben war, lief deutlich besser. Zeitreihenanalyse ist auch bisher eines meiner stärksten Fächer hier. Da ich aber durch das andere Fach kaum Zeit dafür hatte, bin ich auf mein deutsches Belegschema zurück gekommen und habe nachts am Tag vor der Abgabe alles geschrieben. Neun Seiten Analyse amerikanischer Milchproduktion. Hier hat mir noch ein Kommilitone geholfen, das richtige ARIMA-Modell zu verwenden. Nächste Woche ist Prüfung. Mal sehen wie das läuft.

Und dann war da mein Geburtstag. An dem ich, wie oben beschrieben, bis nachts um 1 an meinen Hausaufgaben saß. Und dann morgens um 8 Uni hatte, bis mittags um halb eins. Dementsprechend fertig war ich nachmittags, und hab mich erst mal ausgeruht. Dann hieß es schon, für den Abend vorzubereiten. Ich hatte eine Torte bestellt, dann habe ich noch Säfte besorgt und mein Wohnheimszimmer für die Gäste hergerichtet.

Sahnetorte zum Geburtstag

leckeres Tortenstück

In einer internationalen Gruppe haben wir dann geschlemmt. Insgesamt gab es zwei leckere sahnige Torten, und ich habe auf fünf Sprachen ein Geburtstagsständchen bekommen. Natürlich auf Deutsch, englisch und chinesisch, dazu haben dann Sabine und Paola auf Spanisch gesungen, und Mohamed (also mein Mann) und Ahmed auf Arabisch.

Die zweite, noch größere Torte.


Alles in allem ein schöner Tag, nur der krönende Abschluss kam erst danach. Ich habe alle recht bald wieder rausgeschmissen, da ich doch ziemlich fertig war. Schnell etwas aufgeräumt und geputzt, dann im Dunkeln über das Unigelände nach Hause. Es war recht kalt, also steckte ich schön die Hände in die Hosentaschen und das Gesicht habe ich so gut es geht in Schal und Mantel versteckt. Dabei ging ich so zügig wie immer. Und dann war sie da auf einmal, die Straßenlaterne.

Den Rest des Weges habe ich im Taxi zurückgelegt. AM nächsten Tag war ich abends beim Arzt. Es ist nichts Schlimmes passiert, aber ich soll mich schonen. Ich habe daraufhin das Stipendiatentreffen in Peking abgesagt. Schade, aber es ging mir wirklich nicht gut. Langsam wird es aber besser. Mittlerweile kann ich darüber lachen und finde es schade, dass ich an dem Abend kein Foto von der riesigen Beule an meinem Kopf gemacht habe. Am nächsten Tag war sie schon deutlich abgeklungen. Jetzt sieht man sie gar nicht mehr, aber ich kann sie noch spüren.

Für Mohamed hat sich auch sehr viel getan. Er hat jetzt einen chinesischen Namen, nämlich MoHa, und einen Arbeitsplatz in einem noblen chinesischen Restaurant. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, insbesondere da er chinesisch sprechen muss, gefällt es ihm mittlerweile sehr gut. Geregelte Arbeitszeiten inklusive drei Mahlzeiten vor Ort (sie musste sich ganz schön umstellen, da er kein Schweinefleisch isst), nette Kollegen und hübsche Kolleginnen tun ihm sehr gut. Und ich hätte jetzt Zeit schön viel für die Uni zu machen. Leider haben mich die Kopfschmerzen anfangs davon abgehalten. Also war ich die meiste Zeit im Bett gelegen und habe die Bücher gelesen, die ich zum Geburtstag bekommen habe. Dabei habe ich festgestellt, dass es sinnlos ist mir, Bücher zu schenken. Am 1. Dezember war schon alles ausgelesen.