Ja, das Studium ist hier ganz schön hart. Also es wäre wohl um einiges einfacher, wenn Chinesisch meine Muttersprache wäre. Nur leider ist das nicht der Fall. Ich hab zurzeit ganz schön zu knabbern, die ersten Hausaufgaben sind zu erledigen, Fachtexte mit Literaturrecherche zu schreiben etc. Aber es gibt Lichtblicke. Ein Fach mag ich nämlich mittlerweile ziemlich gern, und versteh auch ziemlich viel. Hausaufgaben hab ich dort jedoch auch noch nicht angefangen. :(
Aufgrund des hohen Arbeitspensums verbringe ich eigentlich den ganzen Tag in der Uni. So in etwa von 9 bis 18 Uhr. Manchmal auch länger (da ist weniger los, sollte ich mir merken!). Seit heute bin ich auch in Besitz einer elektronischen Unikarte, kann mich endlich meinen Kommilitonen zum Essen in der Mensa anschließen und Bücher ausleihen. Wobei letzteres erst mal erprobt werden muss.
Ein paar Impressionen meiner Uni:
Zu der Wasserqualität hier. Wasser gibt es hier ja in Unmengen, durch zwei große Flüsse und eine Unzahl an Seen. Man sieht hier auch regelmäßig Leute Bootssport und Angelsport nachgehen. Aber ich habe noch niemanden Schwimmen sehen. Das mag auch seine Ursachen haben. Laut Aussage des Auswärtigen Amtes ist vom Schwimmen in Mittelchina, insbesondere in der Jangzi-Region, abzuraten! Akute Bilharziosegefahr! Scheint wohl auch den Chinesen bekannt zu sein. Aus Peking kenne ich es zum Beispiel anders, da baden regelmäßig Leute in den städtischen Gewässern.
Außer Lernen habe ich nicht viel gemacht. Bis auf den Versuch, mein Leben angenehmer zu gestalten. Zu Beginn meines Aufenthalts, fand ich meinen Weg zur Uni ja noch ganz toll. Dauert zwar eine halbe Stunde, aber Bewegung an der frischen Luft. Mit meinem altertümlichen, tonnenschweren Laptop nach einem anstrengend Tag, wenn ich sowieso schon fix und fertig bin, durch die Hügel der Uni zu wandern, zehrt aber ganz schön an der Substanz. Unimäßig sowieso schon am Verzweifeln, musste eine Lösung her. Sie ist 26 Quadratmeter groß und in zehn Minuten von meinem Arbeitsplatz aus zu erreichen. Einzige Steigung auf der Strecke ist die Fußgängerbrücke, um die Straße zu überqueren. Einzug ist für nächste Woche geplant. Um sich das Ganze etwas besser vorstellen zu können, kommen hier zwei Bilder. Beide wurden von dem Gebäude aus aufgenommen, in dem ich arbeite. Der Blick nach Norden zeigt mein Wohnheim, das hinter dem Hügel liegt, der Blick nach Westen den Wohnkomplex, in dem ich die Wohnung gefunden habe.
Es ist plötzlich Herbst geworden. Wirklich, auf einen Schlag! Nach einigen schwülen, grauen, trüben, drückenden, heißen Tagen, war es eines Morgens plötzlich klar. Die Sonne schien vom kräftig blauen Himmel, ein kräftiger Wind blies, die Temperatur war angenehm. Golden leuchten die Bäume, die dezent ein paar Blättchen zu Boden fallen lassen. In der Sonne ist es noch immer sehr warm, aber im Schatten ist es super angenehm. Nachts kühlt es auf unter zwanzig Grad ab. Der Wind ist nur ein bisschen, wenn man im 14. Stock arbeitet, und es den ganzen Tag pfeift ohne Ende. Zumindest hat sich jetzt der Ausblick mal wirklich gelohnt!
Der Herbst bringt noch was mit sich: FERIEN!!!!! Ich glaub ich hab mich noch nie so über Ferien gefreut! Ich war heut nach der Vorlesung auf dem Heimweg richtig euphorisch! Morgen ist Mittherbstfest/Mondfest und am 1.Oktober Nationalfeiertag. Die ganze Uni freut sich über 8 freie Tage. Außer die Masterstudenten. Die haben nur vier. Naja. Immerhin. Folglich geht’s morgen in den Urlaub!!! Ich freu mich schon, auch wenn das ganze etwas abenteuerlich werden wird.
Aber dazu gibt’s dann im nächsten Beitrag mehr, falls mich kein Yeti gefressen hat.
ousha am 30. September 12
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