Sorry, you need system administrator rights for that.
Die ersten Tage
So, hiermit hab ich jetzt endlich einen funktionierenden Blog aufgebaut. Mein alter Blog funktioniert zwar noch, die Seite ist nicht gesperrt, ich weiß mein Passwort noch, ich kann mich einloggen, aber ab da geht’s dann nicht mehr weiter. Also brauchte ich einen Neuen, und das war ganz schön kompliziert. Was hier alles gesperrt ist….
Aber jetzt mal zu den wesentlichen Dingen. Ich hab wieder vor regelmäßig zu schreiben, und da ich mittlerweile seit über einer Woche in China bin und Internetzugang habe, muss ich wohl mal loslegen.
Nach einem sehr schönen Abschied am Münchner Flughafen hatte ich einen sehr unguten Flug nach Peking, da ich mir wohl anscheinend den Magen verdorben hatte. Entsprechend müde war ich, als ich ankam, und entsprechend geruhsam sah dann mein erstes Wochenende in China aus. Ich bin erst mal wieder nach Huairou zu meiner Gastfamilie. Es hat sich kaum was verändert seit dem letzten Besuch. Nur meine kleine Gastschwester 聪聪 (Congcong) arbeitet mittlerweile. Und als junge staatliche Angestellte hat man nicht sonderlich viel Freizeit. Zum Glück konnte sie sich eine Nacht frei nehmen und wir konnten ein klein wenig Zeit miteinander verbringen. Ansonsten sah auch die Freizeitgestaltung nicht viel anders aus als früher auch. In großem Familienkreis traf man sich bei der Oma, es wurde zusammen gekocht, gegessen, geredet und ausgeruht. Neu ist allerdings die Beschäftigung durch die Jüngsten der Familie. Die kleinste Cousine ist mittlerweile 4 Jahre als, pummelig und ein ziemlich freches Gör. Und der erste Sprössling der neuen Generation ist ein stolzes Jahr alt und zieht natürlich alle Aufmerksamkeit auf sich. Leider konnte ich nicht den ganzen Nachmittag bleiben, da ich auch noch an meiner alten Schule mit dem alten Lehrer 王 (Wang) verabredet war. Wie immer war es eine Mischung aus lockerem Erzählen, alten Erinnerungen und einer Schulstunde. Diesmal bekam ich als ganz harten Stoff eine Konfuziusinterpretation mit auf den Weg. Ansonsten habe ich eben hauptsächlich geschlafen und geschlafen und geschlafen, damit ich auch fit in dem mir unbekannten 武汉 (Wuhan) ankomme.
Aus dem heißen Peking kam ich dann ins 23°C kühle 武汉 (Wuhan). Und mich hat der Schlag getroffen! Aus dem Flugzeug sah ich unter mir nur Wasser (Seen, Flüsse Teiche) und der Rest war auch noch ziemlich nass, da es vormittags heftigst geregnet haben muss. Bei einer sich daraus ergebenden Luftfeuchtigkeit sind auch 23° nicht ohne. Der Taxifahrer wusste zwar nicht genau, wo ich hin musste, aber mit Nachfragen und ein bisschen im Kreis fahren bin ich angekommen. Und dann stand ich da, mit meinem schweren Gepäck. Erst mal Anmeldeformalitäten, dann hab ich zum Glück recht schnell meinen Wohnheimsplatz bekommen, und der lag zum Glück nicht weit entfernt.
Das Wohnheim ist von den Räumlichkeiten besser als gedacht, ich wohne in einer Art Vierer-WG mit zwei Schlafzimmern, einem Wohnraum, einem Bad und einem Balkon. Noch sind wir zu Zweit, aber das wird sich morgen wohl ändern. Als erstes hab ich mir im nächsten Supermarkt (den mir die Nachbarinnen zum Glück zeigten) Bettzeug besorgt, und die erste Nacht war gerettet.
Die Anmeldeformalitäten haben sich noch eine Weile hingezogen, in dieses Büro, in jenes Büro und dann noch der Gesundheitstest. Ich hab die Adresse bekommen und bin mit dem Taxi hin, lief alles ganz gut. Fast alles ist angerechnet worden, nur Blutbild und Bruströntgenaufnahme musste ich noch machen. Die Rückfahrt zur Uni hab ich auf dem Rücksitz eines Motorrads verbracht, ein Taxi war dort nicht zu bekommen.
Diese Formalitäten waren alle problemlos, dennoch habe ich meinen persönlichen Gegner gefunden: Die Bank of China! Kontoeröffnung, kein Problem. Das komplett chinesische Anmeldeformular ist für mich kein Hindernis – aber dann. Sollte irgendjemand der das hier liest vorhaben, seine Kinder mal für länger nach China zu schicken, BITTE gebt diesen einen Namen ohne Umlaute und bloß keinen zweiten Vornamen! Aber anscheinend hat es jetzt geklappt.
Wie es mit meinem Fachstudium aussieht, weiß ich noch nicht genau, aber anscheinend erfahre ich nächste Woche genaueres. Jedenfalls gehe ich zu Fuß 45min bis zu meiner Fakultät, weil ich den Berg der Uni auf dem Weg umrunden muss. Wahrscheinlich kaufe ich mir doch ein Fahrrad, wobei die Berge ohne Gangschaltung auch etwas unangenehm werden.
Mein Chinesisch macht mir keine Probleme, was Fluch und Segen zugleich ist. Es macht die Verständigung unkompliziert und eröffnet viele Wege (ich kann die Anschriften an den Straßenständen lesen), aber das Privileg hat mich jetzt zu der Ehre gebracht, als Vertreterin für die ausländische Studentenschaft bei der Eröffnungsfeier vor der ganzen Uni eine Rede zu halten. Die muss natürlich auch geschrieben werden, und 5 Minuten können ganz schön lang sein. Die Vorbereitungen haben einen Haufen Zeit gebraucht, mal sehen was der jetzige Korrektor (hoffentlich abschließend) dazu sagt.
Das Wetter ist nicht so schlimm wie gedacht, oder man gewöhnt sich dran. Also Schwitzen muss man so oder so. Dabei ist gar nicht mal die Sonne ein Problem, nein. Die scheint ja nicht mal sonderlich viel, meist hängt alles voller Wolken und Dunst. Aber die Luftfeuchtigkeit! Meine Wäsche braucht ewig zum Trocknen. Heute Morgen gab es zum Glück ein Gewitter, aber was für eines! Es hat gerumpelt und geblitzt und es war schwarz draußen und es hat geschüttet! Alle Straßen und Flächen haben sich in Flüsse und Seen verwandelt. Jetzt ist es nur noch grau, die Luftfeuchtigkeit ist wie zuvor auch, aber die Temperatur ist etwas gesunken (die letzten Tage waren es so ca. 33°C).
Das Unigelände ist ein einziger Dschungel. Einerseits gibt es viele Straßen und Wege, andererseits viele Bäume. Dicht bewachsen, Palmen, handtellergroße (nein Franka, nicht wie deine) Schmetterlinge in schwarz-türkis, riesige Käfer mit Geweih, ach ja, und 5cm große Kakerlaken in meinem Zimmer. Dazu zirpt und zischt und quietscht es in einer Tour, ohne dass ich sagen könnte, ob es sich um Vögel oder Insekten handelt.
Ansonsten ist aber alles doch China, China wie ich es zu einem gewissen Grad schon kenne. Die Leute reden und verhalten sich wie erwartet, die Kleidung ist vom Stil auch nicht sehr anders geworden. Und es riecht nach China. Das kann ich gar nicht beschreiben, aber es war mit das erste, was mir aufgefallen ist. Es riecht wieder nach China. Und das ist schön!
ousha am 02. September 12
|
Permalink
|
2 Kommentare
|
kommentieren
Wie riecht es denn in CHina? Kannst du das versuchen in Worte zu fassen? WIeso gibts im SUpermarkt Bettzeug? Wie sind denn die Leute so ...(was heißt wie immer)? Was isst du am liebsten..? Gibt es auch BIlder hier? DIe Beschreibung des Unigeländes klingt übelst toll *träum* p.s.: kannst du echt einfach so ne Rede auf chinesisch schreiben? ......boah
Geniess die Luft und Natur, das Essen, die Menschen.... klingt alles sehr viel aufregender als in DD. :-)
Liebst grüßt
Sarah
Schön das du gut angekommen bist (fast)
Ich wüsste auch gerne wie China riecht aber ich kenne diesen Zusammenhang zwischen dem Geruch eines Landstrich und einem Gefühle aus eigener Erfahrung.
Man kann dann so richtig tief einatmen und das Gefühl herholen.
Freue mich auf weitere Berichte
Peter