Donnerstag, 2. Mai 2013
Ferien (mal wieder)
Zum ersten Mal in diesem Semester habe ich Ferien. Und auch zum einzigen Mal. Der Anlass dafür ist der erste Mai, der Tag der Arbeit. Der ist auch einiger der wenigen Feiertage in der Volksrepublik China. Zu diesem einen Tag kommen die „Ferien“: Da der erste Mai ein Mittwoch ist, wurden die Vorlesungen von Montag und Dienstag auf Samstag und Sonntag verlegt, sodass vor dem ersten Mai zwei Tage Wochenende sind. Blöd für die, die auch am Wochenende Vorlesungen haben. Aber zum Glück gehöre ich dieses Semester nicht dazu.

Das Wetter ist zu diesen Ferien ganz passabel, gestern war es ungemütlich, es hat kräftig gewittert, mit Sturzbächen vom Himmel. Der Regen hat einige gute Folgen: Es hat von 31°C auf 25°C abgekühlt und die Luft ist reiner. Aber es gibt auch Nachteile. Zum einen wird alles überflutet. Nicht, weil der Regen so heftig ist, sondern weil die Chinesen alles zu betonieren und dabei wenig Wert auf regelmäßige Abflüsse legen und manchmal die Abflussrichtungen etwas falsch bemessen. Folglich sind diverse Seen zu überqueren, wenn man irgendwo hin will. Zum anderen riecht alles nach Wasser. Eigentlich kein Problem, wenn nicht das Wasser so riechen würde wie der nahe Ostsee. Die Hitze und das chinesische Umfeld scheinen diesem, wie auch den anderen städtischen Seen nicht gut zu bekommen. Es riecht alles nach totem Fisch und fauligem Wasser.

Aufgrund der Ferien und vielleicht auch des Wetters ist es ungewöhnlich ruhig gewesen im Wohnheim, anscheinend ist keine Feierlaune verbreitet oder alle sind im Urlaub.

Ansonsten hat sich hier ziemlicher Alltag eingestellt. Von Montag bis Freitag bin ich meist in der Uni, entweder in meinem Büro oder in einer meiner drei Vorlesungen. Am Wochenende genießen wir dann das Wetter in einem der kleinen, günstigen Cafés oder gehen spazieren. Es ist nichts sonderlich Aufregendes dabei. Die meiste Kraft geht für die Vorlesungen drauf, nicht weil sie so schwer sind (was sie zwar auch sind), sondern weil hier alles irgendwie ungeplant abläuft. Vorlesungsende, Prüfungsart oder auch der nächste der Termin der Vorlesung sind entweder unbekannt oder dauernd wechselnd. Und das zehrt enorm an den Nerven. Ich vermisse das stabile, durchgeplante und strukturierte deutsche Studium!

Zuletzt gibt es jetzt endlich noch Fotos von unserem Zimmer (auch wenn es mittlerweile etwas andres aussieht, da wir umgeräumt haben)…

Blick in unser Wohnheimszimmer

… und unserem kleinen Bad.

Unser kleines Bad.

Und weil's grad so schön passt von meinen Fotos her:
Städtisches Leben in Wuhan am Abend.

Abendstimmung